Jugendliche im Freiwilligendienst – Wohltataktionen in Moldova Noua 2007 – Erledigt

Das Benefizprojekt „Jugendliche im Freiwilligendienst“ aus Moldova Noua, Bezirk Caras Severin, war sowohl für die Organisatoren als auch für die ca. 20 jungen Volontäre, die aus verschiedenen Gebieten des Landes kamen, ein besonderes Erlebnis. Deshalb blieb uns diese Woche auch in besonderer Erinnerung. Natürlich gab es viel Arbeit, doch die Zufriedenheit am Schluß war groß. Die Aktion wurde mit Hilfe von Spenden seitens unterschiedlicher Personen aus Rumänien umgesetzt. Wir danken herzlichst unseren Sponsoren!

 

Frau Tinca

Im Rahmen der Wohltätigkeitsaktion „Jugendliche im Freiwilligendienst“ wurde auch  einer Frau namens Tinca geholfen. Sie ist 65 Jahre alt und kümmert sich um ihre 12-jährige Neffin, die seit dem 3 Lebensmonat in ihrer Obhut ist. Das Mädchen wurde von ihrer leiblichen Mutter zurückgelassen, von der Tochter der Frau Tinca, ohne daß diese jemals zurückkehrte, um das Mädchen zu sehen.

Wir haben uns mit Frau Tinca getroffen, die uns zu sich nach Hause eingeladen hat. Zu unserer Überraschung haben wir keine schmutzige und unordentliche Wohnung vorgefunden, so wie wir es erwartet hätten, sondern eine saubere, aufgeräumte Wohnung. Leider Gottes haben wir entdecken müssen, daß das Bad in einem unbenutzbaren Zustand war. Das Waschbecken war zerbrochen und nicht mehr benutzbar. Die Wände des Bades zerfielen aufgrund der Feuchtigkeit und des Schimmels. Den Angaben der Frau zufolge, leben die Zwei mit nur 38 Euro (Sozialhilfe und Familienbeihilfe).

 

     Die Sponsoren aus Timisoara haben der Familie ein Waschbecken und eine neue Toilette gespendet. Andere Sponsoren haben Geld für diese soziale Aktion gespendet. Um die praktische Arbeit haben sich unsere Volontäre aus Giurgiu gekümmert. Sie haben sich um die Installation des Bades gekümmert, das Waschbecken und die Toilette montiert sowie die Wände ausgebessert.

Desweiteren hat die Familie Lebensmittel und Kleidung für das Mädchen bekommen. Die Familie dankt allen Sponsoren und Leuten, die bei dieser Aktion mitgemacht haben.

 

Familie Tudor

Im Rahmen des Projektes wurde auch Familie Tudor unter die Arme gegriffen. Diese zählt zu jenen Familien, die nicht wissen, wie sie die Dinge, die sie besitzen pflegen sollen, und die nicht im Stande sind, ihre eigene Wohnung sauber zu halten. Wir dürfen solche Familien dennoch nicht meiden. Es ist zwar auch ihre Schuld, daß sie in einer solchen Situation gelandet sind, doch es gibt sicherlich auch andere Gründe dafür. Dazu beigetragen hat sicher auch die Familie in der sie aufgewachsen und erzogen bzw. nicht erzogen wurden. Desweiteren fehlt ihnen eine vernünftige Schulausbildung und andere Faktoren, die dazu geführt haben, daß sie sich jetzt in dieser Lage befinden.

 

 

Als wir im April zum ersten Mal die Wohnung dieser Familie besuchten, haben wir um das ganze Haus herum Gegenstände liegen sehen, die zu nichts mehr zu gebrauchen waren. In den Zimmern haben wir ebenfalls Schmutz, durch Rauch geschwärzte Wände, vorgefunden, da sie keinen elektrischen Strom haben und mit einem alten Kamin heizen. Wenn man von draußen kommt und in das Haus gehen möchte, muß man zuerst durch einen Korridor. Als wir in den Flur eintraten, sind wir in eine Grube getreten. Der Flur ist nicht betoniert, und jedes Mal wenn sie den Boden gekehrt haben, entstand ein noch größeres Loch. Rechts vom Korridor befindet sich das Kinderzimmer.

 

Als wir das Kinderzimmer betraten, fanden wir keinen Kleider- bzw. Spielzeugschrank vor, sondern Kisten mit Kleidung, ein aufklappbares Bett, schmutzige Wände, verursacht durch Feuchtigkeit und Schimmel. Irgendwo in der linken Ecke des Zimmers befand sich ein großes Loch, durch das es hereinregnete. Soweit mir erklärt wurde, ist das Loch vor einigen Jahren entstanden, als ein Erdbeben diesen Teil des Hauses beschädigte. Das Wasser konnte dann mit Leichtigkeit in den Dachboden gelangen, floß von dort in die Decke und zerstörte somit die Verputzung bzw. die Innenfassade. Das Kind, das wir dort vorgefunden haben, ist nicht ihr leibliches Kind. Vor 12 Jahren hat ihnen eine Frau das Kind für 2 Tage zur Betreuung überlassen, doch bis zum heutigen Tage kam sie nicht mehr zurück. Der Junge ist in sehr schwierigen Verhältnissen aufgewachsen. Die Nachbarin erzählte uns, daß das Kind manchmal tagelang bei ihr aß, da es zuhause kein Essen gab. Als wir die Situation der Familie gesehen haben, haben wir ihnen die Bedingung gestellt, daß sie das Haus und den Garten sauber machen müssen und alle unbrauchbaren Gegenstände in die Mistgrube werfen sollen. Die Familie hat alles getan, was wir ihnen aufgetragen hatten, so daß es sauber war, als wir ankamen um mit der Arbeit zu beginnen. Unsere großzügigen Sponsoren haben dieser Familie geholfen eine saubere Wohnung zu haben und unsere Volontäre haben alle nötigen Reparaturarbeiten erledigt. Die Familie Tudor ist allen sehr dankbar für die bereitgestellte Hilfe.

 

Frau Serban

Im Rahmen der Aktion „Jugendliche im Freiwilligendienst“ haben wir Frau Serban  getroffen bzw. gefunden, die in einem unhygienischen, eigentlich unbenutzbaren Zimmer wohnte. Die Wände waren voll von Feuchtigkeit und Schimmel. Die Kakerlaken liefen herum, der Schrank fehlte, so daß die Kleidung in Kisten aufbewahrt wurde, das Bett war darüberhinaus voller Schimmel, die Tür konnte nicht geschlossen werden, die elektrische Installation war defekt und vieles mehr. Von ihren engsten Verwandten und von ihr haben wir auch erfahren, daß sie unter Asthma leidet. Die Frau hat vier Kinder, die aber seit längerem nicht mehr zu Hause wohnen. Im Februar ist ihr 32-jähriger Sohn gestorben, der zwei kleine Kinder hinterlassen hat. Ihr Einkommen bestreitet sie lediglich aus Sozialhilfe.

 

Als wir sie im Juli das erste Mal besuchten, hatte ihr Bruder, der finanziell ein bißchen besser dasteht als sie, ihr versprochen, ein Dach zu konstruieren. Dieser hat sein Versprechen gehalten, so daß wir den alten Wandputz abreißen konnten, als wir sie erneut besuchten, diesmal aber im Rahmen des Projektes. Dieses Mal haben wir die Wände und die Decke erneuert. Unsere Volontäre haben zwei Tage lang daran gearbeitet. Desweiteren wurden der Dame auch ein besseres Bett und ein Schrank für ihre Kleider und Lebensmittel überreicht. Dieser Sozialfall wurde durch unsere Sponsoren aus dem In- und Ausland unterstützt.